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Leistungen im Überblick

Was eine Betreuungskraft im Alltag übernimmt

Betreuung zu Hause ist mehr als Pflege und weniger als ein Krankenhaus. Hier steht, was eine Betreuungskraft an einem gewöhnlichen Tag tatsächlich tut und wo die rechtliche Grenze verläuft.

Eine Betreuungskraft im Haushalt unterstützt in vier Bereichen: bei der Grundpflege wie Waschen, Ankleiden und Toilettengang, in der Haushaltsführung mit Kochen, Einkaufen und Wäsche, in der Alltagsbegleitung mit Gesprächen, Spaziergängen und Arztterminen sowie durch Rufbereitschaft in der Nacht. Medizinische Behandlungspflege nach SGB V darf sie nicht erbringen. Dafür kommt ein ambulanter Pflegedienst hinzu.

Unterstützung bei der Grundpflege

Grundpflege heißt alles, was mit dem eigenen Körper zu tun hat und was ein Mensch nicht mehr allein schafft. Das ist der intimste Teil der Betreuung und der, bei dem Vertrauen am meisten zählt. Eine gute Betreuungskraft nimmt dabei nur so viel ab wie nötig. Wer selbst noch Zähne putzen kann, soll es weiter tun. Wie eine Betreuungskraft im Haushalt insgesamt arbeitet, beschreibt die Seite zur 24-Stunden-Pflege zu Hause.

  • Waschen am Waschbecken, Duschen oder Baden, je nach Mobilität und Tagesform
  • Zahn- und Mundpflege, Rasur, Haarpflege, Eincremen trockener Haut
  • Nagelpflege an den Händen. Die Fußpflege bei Diabetes gehört zur medizinischen Fußpflege
  • An- und Auskleiden, Auswahl passender Kleidung nach Wetter und Anlass
  • Begleitung zur Toilette, Wechsel von Inkontinenzmaterial, diskrete Entsorgung
  • Hilfe beim Aufstehen, Hinsetzen und Umsetzen, Sicherung beim Gehen, Anlegen von Prothesen und Bandagen
  • Unterstützung beim Essen und Trinken, Erinnern ans Trinken über den Tag

Wie viel davon anfällt, hängt am Pflegegrad und an der Tagesform. Welche Stufe was bedeutet, steht in unserer Übersicht zu den fünf Pflegegraden und ihren Kriterien. Wenn noch keine Einstufung vorliegt, hilft die Anleitung zum Antrag auf einen Pflegegrad.

Zwei Punkte werden in Gesprächen regelmäßig angesprochen. Der erste ist Scham: Viele Menschen lassen sich ungern von einer fremden Person waschen, und Männer wünschen sich manchmal ausdrücklich eine männliche Betreuungskraft. Sagen Sie uns das vorher, dann suchen wir entsprechend. Der zweite Punkt ist die Sorge, die Selbstständigkeit könnte verloren gehen. Genau das Gegenteil ist das Ziel: Wer noch selbst zum Waschbecken gehen kann, wird begleitet und nicht getragen. Diese aktivierende Haltung ist Teil dessen, was wir mit Betreuungskräften vorab besprechen.

Haushaltsführung

Der Haushalt ist der Bereich, der im Alltag den größten Unterschied macht und oft unterschätzt wird. Wenn eine warme Mahlzeit auf dem Tisch steht, die Wäsche gemacht ist und die Wohnung nicht verwahrlost, geht es den meisten Menschen spürbar besser.

  • Kochen nach den Gewohnheiten des Haushalts, auf Wunsch Diätkost, passierte oder angedickte Kost
  • Einkaufen, Besorgungen, Abholen von Rezepten und Medikamenten in der Apotheke
  • Wäsche waschen, aufhängen, bügeln, einräumen
  • Aufräumen und Reinigen der bewohnten Räume, Küche und Bad, Müll und Post
  • Bettwäsche wechseln, Betten machen, bei Bedarf mehrmals täglich
  • Versorgung von Zimmerpflanzen und Haustieren, soweit vereinbart

Nicht dazu gehören Grundreinigung, Fensterputzen in Höhe, Gartenarbeit, Renovierung und die Versorgung von Personen, die nicht im Haushalt leben. Wer eine reine Haushaltshilfe ohne pflegerischen Anteil sucht, findet die Abgrenzung unter Haushaltshilfe aus Polen.

Praktischer Hinweis zum Geld: Regeln Sie das Wirtschaftsgeld für Einkäufe von Anfang an eindeutig. Bewährt hat sich eine Haushaltskasse mit einem einfachen Heft, in das jede Ausgabe mit Beleg eingetragen wird. Das schützt beide Seiten: die Familie vor unklaren Beträgen und die Betreuungskraft vor dem Verdacht, es könnte etwas fehlen. Streit über Geld ist der häufigste Grund, aus dem ein an sich gutes Betreuungsverhältnis kippt.

Alltagsbegleitung und soziale Betreuung

Dieser Bereich steht in keinem Leistungskatalog der Pflegekasse und ist trotzdem der Grund, warum viele Familien sich für eine Betreuung zu Hause entscheiden. Einsamkeit ist bei alten Menschen kein Randthema. Sie beschleunigt den geistigen Abbau messbar. Eine Betreuungskraft im Haus bedeutet: Es ist jemand da, mit dem man reden kann.

  • Gespräche, Zuhören, gemeinsames Erinnern an Vergangenes
  • Vorlesen, Zeitung, Radio, Musik, Fernsehen gemeinsam statt allein
  • Spaziergänge, Begleitung an die frische Luft, auch mit Rollator oder Rollstuhl
  • Karten- und Brettspiele, Rätsel, Singen, Handarbeit: alles, was Konzentration und Erinnerung wachhält
  • Begleitung zu Arztterminen, zur Physiotherapie, zum Friseur, zum Gottesdienst
  • Unterstützung beim Kontakt zur Familie, etwa beim Telefonieren oder Videotelefonat
  • Eine verlässliche Tagesstruktur mit festen Zeiten für Mahlzeiten, Ruhe und Aktivität

Bei Demenz ist die Tagesstruktur nicht Beiwerk, sondern die wirksamste nichtmedikamentöse Maßnahme überhaupt. Was dabei besonders zu beachten ist, steht unter Betreuung bei Demenz zu Hause. Für die stundenweise Entlastung pflegender Angehöriger gibt es zusätzlich den monatlichen Entlastungsbetrag.

Wie viel soziale Betreuung tatsächlich möglich ist, hängt am Sprachniveau. Für Haushalt und Grundpflege reichen solide Grundkenntnisse. Wer ein Gegenüber für lange Gespräche sucht oder wessen Angehöriger schwerhörig ist und undeutlich spricht, braucht eine Betreuungskraft mit deutlich besserem Deutsch. Das ist der stärkste Preisfaktor überhaupt. An diesem Punkt lässt sich auch am meisten Enttäuschung vermeiden. Sagen Sie vorher, was Ihnen wichtiger ist: gepflegter Haushalt oder gute Unterhaltung. Wie Sprachniveau und Qualifikation den Preis bewegen, steht ausführlich unter Kosten der 24-Stunden-Betreuung.

Nächtliche Rufbereitschaft

Nachts schläft die Betreuungskraft in ihrem eigenen Zimmer und ist ansprechbar. Sie hilft beim Toilettengang, beruhigt bei nächtlicher Unruhe, deckt wieder zu und reagiert, wenn jemand stürzt. Für viele Angehörige ist genau das der entscheidende Punkt: Es liegt niemand mehr stundenlang allein auf dem Boden.

Diese Bereitschaft hat eine Grenze. Wenn planbar mehrmals pro Nacht Einsätze anfallen, etwa beim Umlagern alle zwei Stunden oder bei durchgängiger nächtlicher Unruhe, ist das Arbeit und keine Bereitschaft mehr. Eine einzelne Betreuungskraft kann das auf Dauer nicht leisten, ohne selbst krank zu werden. Sagen Sie uns deshalb offen, wie die Nächte verlaufen. Wir sagen Ihnen dann ebenso offen, ob eine Person ausreicht. Zu den Grundbedingungen gehört auch, dass die Betreuungskraft nachts ungestört schlafen kann. Welche Anforderungen die Wohnung erfüllen muss, haben wir zusammengestellt.

Ein gewöhnlicher Tag

Kein Tag verläuft genau wie der andere, und jeder Haushalt findet seinen eigenen Rhythmus. Dieser Ablauf zeigt, wie sich die vier Bereiche in der Praxis verteilen.

  1. Morgens ab 7 Uhr

    Aufstehen, Waschen, Ankleiden. Danach Frühstück, gemeinsam am Tisch statt allein im Bett. Erinnerung an die Morgenmedikamente aus der gestellten Box, ein Blick darauf, ob sie genommen wurden.

  2. Vormittag

    Betten machen, Wäsche anstellen, einkaufen. Wenn der Pflegedienst kommt, ist das meist jetzt. Danach Zeit für einen Spaziergang, einen Arzttermin oder einfach die Zeitung.

  3. Mittag

    Kochen und gemeinsam essen. Anschließend Mittagsruhe, für den betreuten Menschen und für die Betreuungskraft, die in dieser Zeit ihre Pause nimmt.

  4. Nachmittag

    Kaffee, Besuch, ein Spiel, Gymnastikübungen aus der Physiotherapie, Telefonat mit den Kindern. Nebenbei Aufräumen und Vorbereitung des Abendessens.

  5. Abend

    Leichtes Abendessen, Abendmedikamente, Körperpflege, Umziehen. Noch eine halbe Stunde Fernsehen oder Vorlesen, dann ins Bett, möglichst zur gewohnten Zeit.

  6. Nacht

    Die Betreuungskraft ist im Nebenzimmer. Sie steht auf, wenn sie gerufen wird oder etwas hört, und legt sich danach wieder hin.

Wo die rechtliche Grenze verläuft

Eine Betreuungskraft ist keine examinierte Pflegefachkraft. Was sie nicht tun darf, ist nicht Verhandlungssache und auch nicht durch guten Willen zu ersetzen. Es handelt sich um Behandlungspflege nach dem Fünften Sozialgesetzbuch, die eine ärztliche Verordnung voraussetzt und Fachkräften vorbehalten ist.

  • Injektionen jeder Art, einschließlich Insulin und Heparin
  • Medikamente stellen, also die Wochenbox befüllen oder Dosierungen anpassen
  • Wundversorgung und Verbandwechsel, auch bei kleinen Wunden
  • Anlegen von Kompressionsstrümpfen der Klasse II und höher, wenn ärztlich verordnet
  • Versorgung von Kathetern, Stomata, PEG-Sonden und Trachealkanülen
  • Blutzucker- oder Blutdruckmessung als verordnete Maßnahme mit Dokumentationspflicht
  • Absaugen, Inhalation über Geräte, Umgang mit Beatmungstechnik

Erlaubt bleibt: an Medikamente erinnern, eine bereits gestellte Dosis reichen, Veränderungen beobachten und melden, den Arzt oder den Pflegedienst rufen. Deshalb ist die Kombination aus Betreuungskraft und ambulantem Pflegedienst der Normalfall, nicht die Ausnahme. Der Dienst kommt für die verordneten Leistungen, oft morgens und abends für zwanzig Minuten; die Betreuungskraft trägt die restlichen dreiundzwanzig Stunden. Beides lässt sich problemlos nebeneinander abrechnen. Wie sich Sachleistung und Pflegegeld bei der Kombination verrechnen, erklären wir im Ratgeber.

Besondere Konstellationen

Drei Situationen kommen so häufig vor, dass sie eine eigene Erwähnung verdienen.

Ehepaare

Eine Betreuungskraft kann beide Partner versorgen, solange nicht beide einen hohen Pflegeaufwand haben. Der Mehraufwand wird im Angebot getrennt ausgewiesen, nicht stillschweigend eingepreist.

Nach der Klinik

Nach Operation, Sturz oder Schlaganfall ist der Bedarf anfangs hoch und sinkt oft wieder. Eine Betreuung kann befristet beginnen und danach neu bewertet werden.

Auf Anfrage

Betreuung von Kindern oder Menschen mit Behinderung prüfen wir im Einzelfall. Das hängt stark von Bedarf und Qualifikation ab. Pauschal zusagen würden wir es nicht.

Wie der Leistungsumfang festgehalten wird

Die Aufgaben stehen nicht im Ermessen des Tages, sondern in einer schriftlichen Leistungsbeschreibung. Sie entsteht aus der Bedarfserfassung und ist Bestandteil des Vertrags. Darin ist geregelt, welche Tätigkeiten übernommen werden, wie die Arbeitszeit verteilt ist, wann die freien Stunden und der freie Tag liegen und was ausdrücklich nicht dazugehört. Für die Betreuungskraft ist das ihr Schutz, für Sie die Grundlage, sich zu beschweren, wenn etwas nicht läuft.

Verändert sich der Zustand, und das tut er in der Pflege fast immer, wird die Beschreibung angepasst. Ein häufiger Fall: Nach einem Sturz steigt der Aufwand, und was vorher passte, reicht nicht mehr. Melden Sie solche Veränderungen früh, statt sie stillschweigend auf die Betreuungskraft abzuwälzen. Welche rechtlichen Rahmenbedingungen dahinterstehen, erklären wir unter Rechtssicherheit im Entsendemodell.

Welche Leistungen für Ihre Situation nötig sind, klärt sich in der Bedarfserfassung. Sie ist der zweite Schritt im Ablauf der Vermittlung und dauert etwa zwanzig Minuten. Wer den Bedarf lieber in Ruhe zu Hause aufschreibt, nutzt den Fragebogen zur Bedarfserfassung.

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Häufige Fragen zu den Leistungen

Welche Aufgaben übernimmt eine Betreuungskraft zu Hause?

Vier Bereiche: Unterstützung bei der Grundpflege wie Waschen, Ankleiden und Toilettengang, die Haushaltsführung mit Kochen, Einkaufen und Wäsche, die Alltagsbegleitung mit Gesprächen, Spaziergängen und Terminbegleitung sowie die Rufbereitschaft in der Nacht. Nicht dazu gehören medizinische Maßnahmen, Grundreinigung der Wohnung und Gartenarbeit.

Darf eine Betreuungskraft Medikamente stellen?

Nein. Das Stellen von Medikamenten ist Behandlungspflege nach dem Fünften Sozialgesetzbuch und examinierten Pflegefachkräften vorbehalten. Erlaubt ist, an bereits gestellte Medikamente zu erinnern und sie zu reichen. In der Praxis übernimmt ein ambulanter Pflegedienst oder ein Angehöriger das wöchentliche Stellen der Dosierbox, die Betreuungskraft achtet dann auf die Einnahme.

Kocht und putzt die Betreuungskraft auch?

Ja, beides gehört zum Aufgabenbereich. Gekocht wird nach den Gewohnheiten des Haushalts, bei Bedarf auch Diätkost oder passierte Kost. Die Reinigung umfasst die bewohnten Räume, Bad, Küche und Wäsche. Nicht dazu gehören Grundreinigung, Fensterputzen in Höhe, Gartenarbeit und die Versorgung von Personen, die nicht zum Haushalt gehören.

Können auch Ehepaare gemeinsam betreut werden?

Ja, das ist ein häufiger Fall. Eine Betreuungskraft kann ein Ehepaar versorgen, wenn nicht beide Partner einen hohen Pflegeaufwand haben. Typisch ist die Konstellation, dass ein Partner pflegebedürftig ist und der andere vor allem Haushaltsunterstützung braucht. Der Mehraufwand wirkt sich auf den Preis aus und wird im Angebot getrennt ausgewiesen.

Was passiert nachts?

Die Betreuungskraft schläft im eigenen Zimmer im selben Haushalt und ist ansprechbar. Sie hilft beim nächtlichen Toilettengang, beruhigt bei Unruhe und reagiert auf Stürze. Das ist Bereitschaft, keine Nachtwache. Wenn regelmäßig mehrere planbare Einsätze pro Nacht anfallen, reicht eine Person nicht aus. Dann braucht es eine andere Lösung.

Braucht man zusätzlich einen ambulanten Pflegedienst?

Sobald verordnete medizinische Leistungen anfallen, ja. Injektionen, Wundversorgung, Kompressionsverbände oder Katheterpflege darf nur eine examinierte Pflegefachkraft erbringen. Der Dienst kommt dafür ein- bis dreimal täglich, die Betreuungskraft trägt den übrigen Tag. Diese Kombination ist in der häuslichen Versorgung der Regelfall und über die Pflegekasse abrechenbar.

Die passende Unterstützung finden

Im Erstgespräch gehen wir den Tagesablauf gemeinsam durch und sagen Ihnen, was eine Betreuungskraft davon abdeckt und wofür ein Pflegedienst nötig ist.

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